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Tagebuch des Autonomiegesetzes der französischen Unis (LRU) seit 2006

D 31. März 2009     H 08:10     A Martin Rass     C 0 messages


Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [français]

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fírgoa
universidade pública - espazo comunitario

Unter diesem Titel präsentiert sich uns innerhalb der USC - Universität von Santiago de la Compostela eine Gemeinschaft, die eine Plattform der Reflexion um die Zukunft der europäischen Universitäten sein will (internationale Presseschau, Gewerkschaftsinfos, Publikationen zum Thema, Seminare usw.).

Nichts ist neutral, also Tendenz : Opposition gegen die Folgen des Bologna-Prozesses.
Das Europa des Wissens von den Gründervätern beschworen [1] du processus de Bologne bleibt noch zu erfinden un von den Präzepten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zu befreien.

Diese Website listet unter anderem eine Unmenge von französischen Quellen zum Autonomiegesetz der Universitäten LRU, auch Loi Pécresse genannt nach dem Namen der aktuellen französischen Kultusministerin. Zu Recht kann man von einem Tagebuch der Gesetzesentwicklung und der davon hervorgerufenen Widerstandsbewegung sprechen.

Im WWW : Francia : Folga contra a lei Pécresse : non á privatización das universidades

Lesestoff : Franz Schultheis [2] (et al., dir.), Le cauchemar de Humboldt. Les réformes de l’enseignement supérieur européen. Paris, Raisons d’agir, 2008.

Eine sehr persönliche Besprechung dieses Buchs von unserem ehemaligen Kollegen Bernard Gensane befindet sich auf Le grand soir, journal militant d’information alternative.
Ein Ausschnitt auf der Webseite [der "Personnels Obstinément Opposés à la Loi Pécresse" [3] : POOLP->http://www.auboutduweb.com/poolp/index.php?post/2008/10/12/Le-cauchemar-de-Humboldt-Les-reformes-de-lenseignement-superieur-europeen] mit einem Link zu einer anderen Besprechung.

Auszug :

Yves Winkin
L’esprit de Bologne: "Si les universités ne s’adaptent pas, on se passera d’elles".

La violence de cette petite phrase devrait inquiéter tous ceux qui se sentent concernés par la transformation actuelle des universités, en France et ailleurs en Europe, à la suite de la mise en application de la Déclaration de Bologne, signée en juin 1999 par les ministres de l’Éducation de vingt-neuf États européens. C’est qu’elle exprime bien ce que beaucoup pensent en haut lieu sans jamais trop l’exprimer publiquement : les universitaires feraient bien de se rendre compte rapidement que les temps ont changé, sinon des « experts » prendront leur place. Elle traduit en termes crus ce que la Déclaration de Bologne n’évoque que de manière très euphémisée (« Nous devons en particulier rechercher une meilleure compétitivité du système européen d’enseignement supérieur »). Au moment où le système LMD (licence-master-doctorat) se met en place en France, il faut se rendre compte que l’« esprit de Bologne » est beaucoup moins généreux que le texte de la Déclaration le laisse croire. Retraçons l’histoire de cette petite phrase. Elle montre bien qu’entre les étudiants en grève et les présidents d’université, les plus naïfs ne sont pas ceux qu’on pense. (...) [4]

Das Buch ist auch auf Deutsch erhältlich : Humboldts Albtraum. Der Bologna-Prozess und seine Folgen

Ebenfalls lesenswert zum Thema : Ulrike Haß, Nikolaus Müller-Schöll (Hrg.), Was ist eine Universität?: Schlaglichter auf eine ruinierte Institution, Transcript.

Beschreibung :
Unter dem Vorzeichen der "Reform" kündigen sich heute fundamentale Veränderungen der Institution Universität an. Die Prinzipien der Hochschulautonomie, der Wissenschaftsfreiheit und einer Bildung, die mehr ist als Ausbildung, werden dabei in nie gekanntem Maße ausgehöhlt. Die Konsequenzen für Universität und Gesellschaft sind noch kaum bedacht und analysiert worden. Was ist aus der modernen Universität geworden, wie sie um 1800 entworfen wurde? Wie behauptet sie ihren Anspruch gegenüber den aktuellen Forderungen nach Effizienz und Exzellenz?
Die Beiträge des Bandes widmen sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven.

Was ist... Leseprobe

Wenn man dies so alles liest, fragt man sich, warum eigentlich alle mitmachen, genauso wie das Ulla Link-Heer 2006 in einem Faz-Artikel getan hat [5]

Da der Bologna-Prozess am 19. Juni 2009 zehn Jahre alt wird, gibt es auch die üblichen Geburtstagsdiskussionen.


[1"The European process has very recently moved some extremely important steps ahead. Relevant as they are, they should not make one forget that Europe is not only that of the Euro, of the banks and the economy: it must be a Europe of knowledge as well. We must strengthen and build upon the intellectual, cultural, social and technical dimensions of our continent. These have to a large extent been shaped by its universities, which continue to play a pivotal role for their development."
Anfang der Deklaration der Sorbonne, vom 25. Mai 1998

[2Professor in Genf, Schüler, Übersetzer und Mitarbeiter von Pierre Bourdieu

[3Harnäckige Gegner des Pécresse Gesetzes

[4Le cauchemar…, S. 199

[5Warum machen alle mit? Nach Diktat reformiert: Wir Bertelsmannprofessoren, in FAZ, 7.8.2006

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